Prototyping Futures – Zukunftsorte Toolkit

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»Wie lassen sich ländliche Räume
zukunftsfähig gestalten?«
»Wie können Dorfgemeinschaften eine
gemeinsame Vision finden?«

 

Im Rahmen unserer Masterarbeit im MA Transformation Design entwickelten Julia Senft und ich das (Bürger-)Beteiligungsformat Prototyping Futures sowie das dazugehörende Zukunftsorte Toolkit.

Dorf ist nicht gleich Dorf, jeder Ort ist individuell und so gibt es kein übertragbares »Allheilmittel«. Das Toolkit ist ein modular und möglichst frei einsetzbares, auch veränderbares Werkzeug. Es gibt nicht das »Rezept« vor, sondern steuert die »Zutaten« bei, die bei Veränderungsprozessen im Sinne einer sozial-ökologischen Transformation in ländlichen Räumen zum Einsatz kommen können.

Prototyping Futures unterstützt Dorfgemeinschaften methodisch und inhaltlich bei der partizipativen Visions- bzw. Leitbildentwicklung für ihren Ort. Dabei steht sowohl die Verständigung über ein wünschenswertes Zukunftsbild als auch die Entwicklung konkret umsetzbarer Projektideen im Fokus. Unsere Arbeit trägt, entsprechend dem Leitbild der endogenen Dorfentwicklung, dazu bei, dass dörfliche Gemeinschaften ihre Handlungsspielräume für eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit und mehr Lebensqualität vor Ort erkennen und nutzen.

Der von uns durchgeführte Beteiligungsprozess besteht aus verschiedenen Phasen, die mit Hilfe der Materialien und Methoden des Zukunftsorte Toolkits individuell ausgestaltet werden können. Das Toolkit besteht zum einen aus zwei Begleitheften: Einem Handbuch und einem Heft mit Informationen zu vergangenen, aktuellen und absehbaren Entwicklungen der Lebenswelt in ländlichen Räumen.
Zum anderen enthält es fünf Kartensets:

  • 100 Beispielkarten mit gelungenen Projekten und Konzepten, zur Inspiration bei der Visions- und Projektentwicklung
  • 50 Trendkarten zur Belebung der Diskussion über die Zukunft
  • Prinzipien & Möglichmacher-Karten, für eine nachhaltige Konzeption und Umsetzung von Projekten
  • Design Fiction-Karten zur anschaulichen Kommunikation der entwickelten Vision
  • Methoden-Karten zur Erklärung von erprobten Methoden zur Durchführung des Prototyping Futures-Formates

Zukunftsorte-Toolkit02

Ein Alleinstellungsmerkmal von Prototyping Futures ist, dass die Ideen aus den Visionsentwicklungsworkshops  (Phase 1) prototypisch im Ort inszeniert werden. In Phase 2 werden mögliche Projektideen konkretisiert und gemeinsam eine Kommunikationsstrategie ausgearbeitet (Co-Design Fiction), um die Vision prototypisch zum Leben zu erwecken. So soll die Zukunftsvision für die Dorfgemeinschaft auf besondere Weise erlebbar gemacht und das entstandene Zukunftsbild in die Öffentlichkeit getragen werden. Das Ziel ist hierbei, eine größere Diskussion im Ort zu initiieren und bisher nicht in den Prozess involvierte Menschen zu animieren, sich aktiv einzubringen (Phase 3). Zudem geht man durch die Inszenierung der Zukunft schon einen großen Schritt in Richtung Verwirklichung der Ideen. Der Prozess ist so konzipiert, dass in Phase 4 manche Ansätze und Ideen in die Umsetzung übergehen und Arbeitsgruppen gebildet werden, manche in Form von Iterationsschleifen neu diskutiert, umformuliert oder umgestaltet werden. So soll eine Art Raum des Austauschs und der kollektiven Kreativität entstehen, in dessen Zentrum die Frage steht, wie das gute Leben im Ort aussehen soll und wie es erreicht werden kann.

Diese Vorgehensweise wurde bereits in vorangegangenen Projekten angewandt und steht im Kontext unserer Forschung zur Wirkung immersiver Zukunftsbilder. Darüber hinaus verspricht sie vielfältige Ansätze zur Forschung bezüglich Demokratieförderung und Beteiligungsverfahren.

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Das Toolkit und die ersten beiden Phasen des Beteiligungsformates wurden im Rahmen von Visionsentwicklungsworkshops mit zwei verschiedenen Dorfgemeinschaften im Landkreis Hildesheim erfolgreich angewendet und evaluiert.

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Aktuell befinden wir uns in der Akquise für weitere Workshops und sind aktiv im Aufbau eines Netzwerkes. Wir knüpfen vielfältige Kontakte zu Universitäten, Landkreisen und Wirtschaftsförderung und erhalten durchweg positives Echo.

Bei Fragen zum Projekt oder Interesse an einer Zusammenarbeit, können Sie mich gerne kontaktieren.

Weitere Informationen auf: www.prototypingfutures.de

Betreut durch:

Prof. Dr. Wolfgang Jonas
Prof. Dr. Stephan Rammler

MA Transformation Design
HBK Braunschweig

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